
Tipps zu Tierhaltung:
Tiere sind
gut für die Menschen! Als gesellige Begleiter verschönern Sie uns den Tag, und
sie haben einen positiven Einfluss auf Psyche und Gesundheit.
Doch
Haustiere brauchen auch unsere Zeit und Fürsorge. Wenn sie sich mit dem
Gedanken tragen ein Tier bei sich aufzunehmen, gibt es deshalb einiges zu
beachten, das Sie unbedingt vor der Anschaffung eines Haustieres abwägen
sollten:
· Sind alle Familienmitglieder mit einem Tier einverstanden und darf ich es in meinem Haus bzw. Wohnung überhaupt halten?
· Wer kümmert sich um das Tier? Zum Beispiel: Gassi gehen (mindestens 3 Mal täglich, bei jedem Wetter!), Futter zubereiten, Käfig reinigen, Fell bürsten, usw…
· Wer kümmert sich um das Tier während Ihres Urlaubs oder bei plötzlicher Krankheit?
· Sind Tierhaare, Federn und gelegentlicher Straßenschmutz auf dem Teppich und der Kleidung wirklich
nicht "so tragisch"?
· Sind Sie sich bewusst, dass Tiere unter anderem folgende Kosten verursachen:
§ Futter
§ Tierarzt
§ Zubehör
§ evtl. Steuern
§ evtl. Haftpflichtversicherung
§ evtl. Unterbringung während des Urlaubs
Bedenken Sie bitte auch, dass ein Tier mehrere Jahre alt wird und solange mit der Familie lebt und Tag für Tag seine Pflege und Zuwendung braucht. Ein Tier ist ein Lebewesen und keine Sache der man sich schnellstens entledigen kann. Es sollte als Familienmitglied geachtet werden! Vergessen Sie bitte nicht, dass Sie mit der Anschaffung eines Tieres eine große Verantwortung für ein lebendes Geschöpf übernehmen!
Allerdings - und
das ist das Wichtigste - das Tier dankt Ihnen Ihre liebevolle Betreuung mit
lebenslanger Zuneigung!
Für alle Haustiere gilt, dass grundsätzlich alle Familienmitglieder mit der Anschaffung des neuen Mitbewohners einverstanden sein müssen, sonst sind familiäre Konflikte vorprogrammiert. Alle Haustiere verursachen Kosten und Arbeit. Wer extrem ordnungsliebend und pingelig ist, sollte sich die Anschaffung eines Tieres besonders gut überlegen, denn in der Wohnung wird es künftig nicht mehr ganz so sein, wie es war.
Kleine Katzen benutzen alles als Spielzeug was sich irgendwie bewegen lässt. Das kann auch eine Gardine sein, die bei offenem Fenster weht. Die Krallen müssen gewetzt werden. Bis die Katze kapiert, dass es dafür einen Kratzbaum gibt, müssen auch schon mal die Polstergarnitur oder der Perserteppich herhalten.
Kleinnager, wie Zwergkaninchen, Meerschweinchen oder Hamster brauchen in ihrem ausreichend großen Käfig Einstreu und Heu. Dieses kann beim Toben im Käfig auch mal über den Rand fallen und liegt auf dem Teppich. Diese Tiere ausschließlich im Käfig zu halten ist Tierquälerei. Beim Auslauf werden sie aber auch hin und wieder ihre Ausscheidungen hinterlassen. Außerdem muss man wissen, dass Nagetiere ihre Bezeichnung zu Recht tragen, denn eine ihrer elementarsten Eigenschaften ist das Nagen. Hier machen sie auch vor Polstern, Teppichen, Kabeln und Schuhen nicht Halt.
Stubenvögel brauchen ihre Freiflugstunden. Hierbei verlieren sie hin und wieder auch ihre Ausscheidungen und oft auch Federn.
Neben diesen
unangenehmen Begleiterscheinungen kann das Zusammenleben mit Tieren das
Leben aber auch ungeheuer bereichern. Damit beide Seiten in dieser
Lebensgemeinschaft auch glücklich werden, geben wir nachstehend einen Leitfaden
für die Haltung der gängigsten Haustiere.
WELCHES TIER
PASST ZU MIR?
Der Hund ist sicher das Haustier, das sich dem Menschen am besten anpasst, aber auch den Menschen am meisten braucht. Hat er sich erst einmal eingelebt und weiß, dass er seinen endgültigen Platz im Leben gefunden hat, so wird er sich auch dem Lebensrhythmus seines Menschen anpassen. Er wird ständig wiederkehrende Rituale zeitlich im Kopf haben und der Mensch sollte diese festgelegten Zeiten auch möglichst immer einhalten. Mindestens dreimal am Tag muss der Hund ausgeführt werden - und das bei jedem Wetter. Auch ein noch so großer Garten kann nicht die täglichen Spaziergänge ersetzen, denn der Hund ist ein "Nasentier", d. h. er muss unbedingt draußen schnuppern können, hierbei nimmt er vertraute aber auch neue Gerüche auf.
Für Einzelpersonen, die ganztags berufstätig sind, ist ein Hund sicher nicht der geeignete Lebensgefährte, denn länger als 4-6 Stunden sollte er nicht alleine bleiben. Hunde bringen Dreck von draußen mit herein. Junge Hunde müssen erst zur Stubenreinheit erzogen werden. Bis dahin kann es passieren, dass sie auch einmal den Teppich oder das Sofa beschmutzen. Die meisten Menschen kümmern sich leider zu wenig um die Psyche ihres Hundes und vertreten die Auffassung, dass ein gutes Zuhause und reichlich Nahrung genügen, um die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen. Diese Ansicht ist leider völlig falsch. Der Hund braucht die Nähe seines Menschen fast ständig.
Die Kategorisierung der Katze als Einzelgänger ist nur bedingt richtig. Diese Bezeichnung trifft in der Beziehung Katze zu Katze eher zu als in der Beziehung Katze zu Mensch. In gewisser Weise betrachtet die Katze ihren Menschen als Artgenossen. Trotzdem kann die Bindung einer Katze an den Menschen wesentlich freundschaftlicher und enger sein, als zu Artgenossen.
Katzen können als Wohnungstiere gehalten werden, das heißt ohne Auslauf nach draußen, wenn sie dies von klein an gewohnt sind und ihnen ein geeigneter Lebensraum und genügend soziale Kontakte zur Verfügung stehen. Muss die Katze den ganzen Tag in der Wohnung allein sein, ist es ratsam, zwei Tiere zusammen zu halten. Das verhindert Vereinsamung und das Risiko von Verhaltenstörungen. Eine absolut artgerechte Haltung kann man einer Katze aber nur mit Freigang, am besten in einer verkehrsarmen Gegend bieten. Wer besonders empfindlich ist muss auch wissen, dass Katzen in regelmäßigen Abständen ihre, beim Putzen aufgenommenen, Haare erbrechen. Auch die Katzentoilette muss peinlich sauber gehalten werden. Keine Katze wird ein stinkendes Klo benutzen, sondern sich stattdessen einen wohlriechenden Platz in der Wohnung dafür aussuchen. Sauberkeit ist überhaupt das oberste Gebot in der Katzenhaltung. Dies gilt ganz besonders für das Katzengeschirr, das täglich gereinigt werden muss. Alles in allem kann man sagen, dass Menschen die mit Katzen leben schon ziemlich tolerant sein müssen, denn eine Katze lässt sich selten den menschlichen Willen aufzwängen.
Kinder, aber auch Erwachsene hegen oft den Wunsch nach einem kleineren, pelzigen Heimtier, das sie pflegen und liebevoll betreuen können. Leider lässt bei älteren Kindern oft das Interesse an Nagetieren erfahrungsgemäß nach einiger Zeit nach. Daher sollten auch die Eltern an den Tieren Freude haben und die Kinder bei der Tierbetreuung unterstützen.
Auch bei Nagetieren ist es wichtig vor dem Kauf die Bedürfnisse nach Auslauf, Ernährung und Kontakt zu Artgenossen genau zu klären, um eine geeignete Nagetierrasse aussuchen zu können. Achten Sie bereits beim Kauf des Geheges darauf, dass die Bedürfnisse der Tiere nach Bewegung, Rückzug und Abwechslung erfüllt werden. Am artgerechtesten ist zumindest im Sommer ein abwechslungsreiches Freilaufgehege im Garten. Manche Nagetiere, wie etwa Meerschweinchen, eignen sich besonders gut als erstes Heimtier für Kinder, sobald diese ein gewisses Verantwortungsgefühl entwickelt haben. Meerschweinchen lassen sich gut anfassen und streicheln, sind aber auch sehr sensibel und bedürfen eines behutsamen Umgangs. Sie müssen in Gruppen leben können, brauchen viel Platz und ausreichende Rückzugsmöglichkeiten.

Vögel erfreuen vor allem Erwachsene durch ihr oft prachtvolles Gefieder, ihren schönen Gesang und ihr interessantes Verhalten untereinander. Für kleinere Kinder eigenen sich die meist schwer zu zähmenden Vögel weniger. Die meisten Vogelarten sind im Allgemeinen problemlos zu halten, wenn man ihnen einen genügend großen Lebensraum bietet und ihre Nahrungs- und Pflegebedürfnisse beachtet.
Manche
Rassen, zum Beispiel Wellensittiche, benötigen einen Artgenossen als Partner,
damit sie nicht vereinsamen, und/oder schätzen regelmäßigen Freiflug in der
geschlossenen Wohnung. Graupapageien oder Amazonen, deren Pflege sehr aufwändig
ist, erfordern viel Beschäftigung und seriöse Kenntnisse.
Bei jeder Vogelart müssen Sie zumindest in größerem Umkreis um den Käfig bzw.
die Voliere mit Nahrungsresten und kleinen Federn rechnen. Vergewissern Sie
sich zudem, ob Sie und Ihre Nachbarn an der möglichen Intensität des Vogelgesangs
wirklich immer Freude haben werden.
Wir hoffen, dass wir Ihnen hiermit einige
Tipps und Denkanstöße bieten konnten. Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung
dazu entschieden haben, ein Tier von unserem Tierschutzverein zu adoptieren,
stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Rufen Sie uns einfach an!